| ***Aktuelles
vom 16.11.2008***
Hallo
Fuldamobilfreunde,
Nachdem
unser Zeitzeuge Herr Hahn aus Augsburg im Mai seinen 90. Geburtstag
gefeiert
hatte, ging es mit seiner Gesundheit bergab.
Nachdem
ich Ihn und seine Frau am vergangenen Freitag in Augsburg besucht
habe,
erzählte
er mir, dass er einen Schlaganfall erlitten hatte und anschließend
vier Wochen im Krankenhaus
verbringen
musste, hier hat man ihm auch einen Herzschrittmacher eingepflanzt.
Die folgende
Anschlussheilbehandlung
hat ihn wieder aufgepäppelt. So dass er wieder einigermaßen sprechen
und gehen kann.
Leider
hat sein Augenlicht unter dem Schlaganfall so sehr gelitten, dass er
jetzt nicht mal mehr Zeitung lesen kann!
Und
dieser Zustand ist nicht operabel! Jetzt suchen Sie gemeinsam eine
Bleibe in einem Altersheim in Augsburg.
Aber
er kann sich noch an jede Kleinigkeit in der Vergangenheit erinnern,
besonders die seiner (leider
unglücklichen) Fuldamobil
Aktivitäten, die ihn beinahe in den persönlichen Ruin getrieben hätte,
wenn seine Frau nicht einen Stopp dieser Liaison
betrieben hätte. ( Sind die Frauen doch vernünftiger? )
Viele Grüße von Hr. Hahn an Alle
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Fuldamobil-
Zeitzeuge Hans Hahn (88) aus Augsburg
erzählte im Jahr 2006, wie ihm der (schwäbische) Schnabel gewachsen ist: 1950
haben wir in Augsburg einen Batteriedienst angemeldet, weil ich immer
schon selbstständig sein und mit Automobilen arbeiten wollte. Schon während
des Krieges (-da war ich KFZ Unteroffizier-), habe ich in diversen KFZ
Kompanien Dienst an mobilem Kriegsgerät ausgeübt und entsprechende
Erfahrungen gesammelt und das hat mir viel Spass gemacht. Obwohl ich Bäcker
gelernt habe, wechselte ich in die KFZ Branche, das hat mir einfach mehr
Freude bereitet.
Vorgeschichte:
Die Firmen- Anfänge Meine
Frau wollte nicht mitmachen, weil die Selbstständigkeit damals sehr
unsicher war, gerade im neu begonnenen Automobil-Geschäft und vor allem
aber im Nachkriegs- Deutschland.
Das Risiko war hoch, damals hat es ja noch nicht so viele Autos gegeben.
Eines Tages kam ein Vertreter aus Starnberg, der hatte mir eine neue
Batteriesäure angeboten. Diese kam von Hamburg und hieß: SBA Säure.
Da habe ich mich überzeugen lassen und wollte das Produkt in Augsburg
einführen. Es war schwierig, geschäftlich
ist nichts gegangen! Auch beim anschließenden Versuch, Autos
für Bekannte zu reparieren,
ist auch nichts „gegangen“.
Dann habe ich mich auf`s Fahrrad geschwungen und bin in die Stadt
(Augsburg) gefahren. In der Stadt habe ich geschaut, ob ich nicht
irgendwo ein Platz für meine Selbstständigkeit finden könnte. Es war
schwierig, etwas „Geeignetes“ zu finden. Nach einiger Suche, ich kam
mit dem Fahrrad einen Berg herunter, fuhr ich auf einen leeren Platz zu,
auf dem eine Hütte stand; am anschließenden Haus stand bereits ein
Pavillon. (Foto 2) Auf die Frage, wem das alles gehört und ob
man das pachten könnte, kam die Rückfrage: Was ich bin und was ich
mache? „Ich arbeite mit Auto- Elektrik und Batterien“, sagte ich.
„Ja wunderbar“, sagte der damalige Pächter, „das Grundstück können
Sie haben und hier anfangen. So begann ich hier, denn der Platz
war geradezu ideal. Folgende Planung hatte der Pächter damals
vorgesehen: hier solle später ein weiteres Haus von ihm gebaut werden
und unten drinnen könne ich dann eine Werkstatt einrichten. Aber es kam
alles ganz anders, denn, der Platzbesitzer war später damit
nicht mehr einverstanden und hat uns nach zwei Jahren
rausgeschmissen! In
Klinkerberg am Brunntal war ein Hinterhof frei und ich habe gefragt,
ob ich da her kann und eine Werkstatt eröffnen könnte. Folgende
Auflagen bekam ich vom Pächter aufgebrummt: Wir
mussten zuhause eine Hütte zimmern, die als Werkstatt dient, ungefähr
4x 3 m groß und da hat der Hausbesitzer gesagt, wenn ich da wirklich
hin will, muss ich die Hütte am Freitag hinbringen und aufstellen. Bis
Samstag früh muss das Dach oben sein, weil sonst kommen die Spitzel vom
Bauamt und stellen das Vorhaben ein. Das haben wir befolgt und auch
geschafft und samstags war die Hütte einsatzbereit, mittags war das
Dach darauf und so haben wir in
Klinkerberg angefangen. (Foto 1, 5
u. 6) Damals
war ich ganz allein im Geschäft und es ging mühsam vorwärts, weil
auch wenige Autos vorbei gefahren sind. Alle Arbeiten wurden im Freien
ausgeführt. Nach und nach wuchs der Kundenkreis und 1952 wurde ein KFZ
Gehilfe eingestellt. Da war ich dann zwei Jahre dorten mit meinem Batteriedienst.
So
ging es weiter: Nach
dem Rausschmiss bin ich in `s Thäle 7 umgezogen, damaliger
Zentralparkplatz. Die
Hütte wurde nun vergrößert und nach weiteren zwei Jahren kam wieder
eine Kündigung, da die Augsburger Zeitung den Platz erworben hatte. Es
erfolgte wieder ein Umzug nach Hause, in die jetzige Markgrafenstraße: (Foto
3, 4, 7, 8, 50/60iger Jahre Aufnahmen) Und
der damalige Stad`l wurde ausgebaut und diente als Werkstätte. Das war
1956. Das
sieht man an der Überdachung aus Blech, die bekam ich
von der Chemischen Fabrik in Gablingen und an den billigen Rohren
und Brettern, da wir kein Geld hatten, improvisierten wir, die
Einrichtungen waren „einfach“. Meine
Planung war einen tüchtigen Gehilfen einzustellen. Den bekam ich dann
auch und er blieb von 1952 bis 1965 bei mir. Wir
haben begonnen, bei jeder Art von Motorrädern und Automobilen die
Elektrik zu reparieren, zu warten, weil mit Batterie + Elektrik hängt
am KFZ alles zusammen.
Wie
kam ich zu den Fuldamobilen: 1952
habe ich in einer Autozeitung eine Anzeige von einem
Fuldamobil „Silberfloh“ gelesen; der hat mir
sehr gefallen und ohne den zu sehen,
habe ich ihn bestellt. Dachte mir, neben meinem Batteriedienst könnte
man in` s Auto- und Kleinwagen- Geschäft einsteigen. Und habe bei der
Fa. Elektro- Maschinenbau Fulda GmbH Schmitt diesen Wagen selbst auch
abgeholt und ihn per Achse nach Augsburg gefahren (No. 360127). Nachts
um 22:00 Uhr kam ich mit dem „Silberfloh“ wieder in Augsburg an und
habe meine Frau, die mit unserer Nachbarin im Kino war, von dorten
abgeholt. Die Straßenlaterne hatte das Wägelchen noch silbriger glänzen
lassen und meine Frau war furchtbar entsetzt und sagte:.........waaaas,
in das Auto steige ich nicht ein!!
Die Nachbarin meinte, sie soll sich nicht so anstellen und
mitfahren und so haben wir vorne zu dritt Platz genommen und sind
vom Kino zur Markgrafenstraße nach Hause gefahren.
Wie
ging es weiter: Nachdem
ich mit dem „Ding“ einige Zeit gefahren bin, habe ich in Fulda
angerufen, ob man solche „Dinger“ nicht verkaufen könnte.
Als weiteres Geschäftsstandbein dachte ich und so hat sich das
mit den Fuldamobilen langsam angebahnt. Schon
jetzt sei gesagt: Das Verkaufen dieser Wägelchen war sehr schwierig, es
gab zu wenig Kunden, es war auch viel Geld für damals, Kosten von:
2780,-- DM und mehr! Außerdem war die Kleinwagenkonkurrenz sehr groß! Die
Fotos 9, 10, 16, zeigen
uns auf der Augsburger Automobil Frühjahrsausstellung, wo wir dreimal
einen Stand hatten und wechselnde Fuldamobil Typen vorstellten. Im Foto
16 ist meine Frau vor einem S6 auf einer dieser Augsburger Frühjahrsausstellungen
zu sehen. Oben sieht man das selbstgemalte Fulda-Mobil Werbeschild!
Foto 14 bin ich mit meinem zweiten Fuldamobil zu sehen, ein
S2-Dreirad mit 360 ccm Motor, auch auf Foto 15 rechts zu sehen in
Islandgrün (No. 360541, Baujahr1954). Foto 13 ist ein Werksfoto
und zeigt links Hr. Sander, rechts Verkaufschef Hr. Kremel (Fzg- No.
250010). Nachdem ich dieses
Auto fuhr (gemeint ist der Silberfloh), hatte es sich ergeben, mit
weiteren Fuldamobilen Geschäfte zu machen. Nachdem wir ein paar Autos
verkaufen konnten, sind die Käufer immer wieder gekommen und wir haben
einen Fuldamobil - Club gegründet. Ich war der Club- Vorsitzende, das
war eine schöne Zeit, weil wir auch viele Ausflüge gemeinsam
unternommen haben. (Das waren aber auch Reklamefahrten für mich und die
Fuldamobile!) Treffpunkt
und Abfahrt zu unseren Ausfahrten war des Öfteren unser Oberhauser-
Bahnhof in Augsburg, Foto 19, wo wir manchmal mit über zehn bis
zwölf und mehr Fuldamobilen losfuhren. Unterwegs, Ziel und
Einkehrschwung sieht man auf den Fotos
17 und 18 auf dem Campingplatz am Herzogstand und 20
Kesselberg, den wir bestiegen haben. Des Nachts schliefen wir im
umgebauten Fuldamobil, die anderen in ihren mitgebrachten Zelten. Foto
21, 22 zeigen
im Bild den früheren Augsburger Königsplatz auf die Fuggerstraße
zulaufend, die der Schutzmann freigibt. An zwei Weihnachten haben wir
mal dem Schutzmann einen Geschenkkorb gebracht, meine Frau stieg aus und
hat diesen im Namen des Clubs für seine Bemühungen überreicht. Das
war wirklich rührend und er hat sich sehr gefreut.
Normalerweise hätte das in die Zeitung gehört, sagt Hans Hahn
heute, um es für die Fuldamobil-Werbung (-Promotion, würde man heute
sagen-) auszunutzen. In der Stadt (Augsburger- Hof) hatten wir ein
Clublokal und hier haben wir wiederholt unsere Kärrele (-kommt von
Karren und ist schwäbisch-) aufgereiht. Meinen Sie, dass wir auf Grund
dessen ein Auto verkauft haben? Nie! Komisch, sagt Hahn, bei dem
Messerschmitt Kabinenroller hat sich keiner daran gestört, daß er ein
Dreiradler war. Nur am Fuldamobil störte es die Kunden und haben es bemängelt. Wenn
„Der“ (-Hr. Schmitt aus Fulda ist hier gemeint-) das
Doppelrad schon früher gebracht hätte, wie die Isetta- Spur, dann hätten
wir vielleicht die Messerschmitt`s überflügelt !!
Fuldamobile
aus Wilhelmshaven: Dann
ist das Mobil NWF 200 (aus Wilhelmshaven) heraus gekommen. Hier kam
eines Tages ein feiner Mann mit Aktentasche in unsere Bretterbude in der
Markgrafenstraße und hat „große Töne gespuckt“: Diese
Fuldamobilvertretung muss größer ausgebaut werden, weil sie jetzt
( die FULDA- MOBILE ) von einer renommierten Karosseriefabrik kämen, nämlich
aus Wilhelmshaven. Er hatte Mappen und Prospekte dabei und suchte im
Raum Augsburg einen guten Fuldamobil- Händler. Und dieser Herr hat mich
notgedrungen weiter in das Geschäft eingebunden. Er suchte einen Händler
mit Schaufenster, Werkstatt und alles was dazugehört; nicht so eine
Hinterhofgarage, wie ich sie hatte!! Fand aber keine andere Firma!! Wir
wurden uns einig, fünf Fahrzeuge aus Wilhelmshaven zu kaufen. In zwei
Chargen, zuerst zwei und dann drei. Und diese Mobile haben wir gleich
anzahlen müssen. Die sind dann von Wilhelmshaven abgeschickt worden und
bei uns musste sofort die Kasse klingen, mit Wechsel usw., wir hatten
selbst wenig „Bares“, die Finanzdecke war dünn. Geliefert
wurden sie dann im offenen Eisenbahn- Waggon und kamen als komplette
Autos bei uns am Bahnhof an, jedoch voller „Dreck und Speck“ in
einem furchtbaren olivgrün, rot und beige, sagte Fr. Hahn. (Na ja, das
war Geschmackssache) Die
Frachtkosten waren immens hoch und Fr. Hahn hat fast der „Schlag
getroffen“, denn das musste separat und sofort vom Händler, also von
uns bezahlt werden. Aber
dennoch, die fünf Autos sind rund um Augsburg auch verkauft worden. Und
dann hat NWF Wilhelmshaven Pleite gemacht, (-heute sagt man
Insolvenz-), weil diese Firma einen Omnibusgroßauftrag aus
Brasilien storniert bekam und das Mobil mit in die Pleite riss. Die wären
schon am richtigen Weg gewesen, haben ca.2000 Fuldamobile gebaut, meint
Hahn, aber dann war`s aus. Und einen geschlossenen Kettenkasten für den
Antrieb des ILO 200 Motors haben sie auch nicht gebaut und das hat sich
rumgesprochen, weil sich hinten unten alles verdreckt hat!!
So
Hans Hahn`s heutige Meinung.
So baute ich
Fuldamobile eben selbst: Ich
hatte damals mit dem Firmeninhaber Hr. Karl Schmitt ein gutes Verhältnis
und war des öfteren in Fulda bei seiner Firma. Ich sagte zu ihm:
„..........Hr. Schmitt, wenn Sie mir schon keine Komplettautos geben können,
dann geben Sie mir wenigstens die Autos in Einzelteilen und ich kann mir
die Fuldamobile selbst machen!“ Das Problem, meint Hans Hahn in der
Nachbetrachtung, war die Verfügbarkeit der Kunststoff-Karosserien!! Wir
sind dann mit einem ausgeliehenen VW Bus nach Fulda gefahren, in die
Rangstr. 39 und haben die einzelnen Teile (heute sagt man: Komponenten)
und Bausätze geholt. Das war damals so, dass ich 1958 den ersten
S7 zerlegt abholen konnte. Ich hätte jedoch mehrere Fahrzeuge für
Kunden gebrauchen können und benötigt. Anschließend
ging es ans Zusammenbauen und Schweißen der einzelnen Bau- Komponenten
für das Grundgestell, den Rahmen, wie
auf den Fotos 23 zu sehen. Eine
Rahmenlehre baute mir ein bekannter Schlosser, damit alles nachher
passte. Die
Karossen kamen teilweise ohne Ausschnitte für z.B. Heckleuchten,
Bremsleuchten, wie auf den Fotos 24
zu sehen ist (Hans Hahn bei der Arbeit). Das mussten wir alles
selber machen, selbst die Fensterausschnitte und Türbeschnitte musste
ich mit einer Form/ Schablone nachschneiden und nacharbeiten. Die
Himmelbespannung hat meine Frau genäht, nur die Sattlerarbeiten für
die Sitzbezüge wurden von einem Profi erledigt und mussten wieder
separat bezahlt werden. Dabei habe ich die Sitzlehnen entgegen den
Vorgaben aus Fulda schon geteilt, das heißt, der Fahrer konnte sitzen
bleiben und die Rückenlehne des Beifahrers liess sich einzeln umlegen,
um nach hinten besser einsteigen zu können. Das war schon eine gute
Idee von mir!! Mit diesem verbesserten Fuldamobil war ich auch einmal
bei Hr. Schmitt in Fulda. Bei einem Besuch vor Ort habe ich ihm die Idee
vorgestellt, da staunte er!! Die
F&S Motore mit dem Kettenantrieb kamen alle aus Fulda vom Karl
Schmitt, als gesamte (Antriebs) Einheit. Und
so wurden dann die S 7 komplett fertig gemacht und an die
(handverlesenen) Kunden ausgeliefert, die inzwischen das Auto bewundert
haben. Es
war ja auch wirklich formschön! Frau Hahn meinte jedoch: ...viel-
viel Arbeit und kein Geld verdient! Die
nächsten zwei Rohkarosserien kamen von einem Hersteller aus München,
das wäre praktisch und gut gewesen, da das in der Nähe von Augsburg wäre,
dachte ich mir. Da
fertige ich ab und zu ein Fuldamobil zu meiner Autoelektrik, bin
ausgelastet und könnte sogar noch jemanden einstellen, waren meine
Gedanken und Pläne in dieser Zeit. Aber die Kunststoff-Firma in München
machte „dicht“ und ich stand wieder ohne Karossen da! Auf Anfrage in
Fulda hat Hr. Schmitt
geschrieben, in Dänemark sei eine Kunststoff- Fabrik (Fa. Fibrex,
Roskilde ist gemeint), sie hätten die Urmodelle und Negativformen. Von
dort kamen dann die nächsten drei S7 Karosserien. Zur Abholung
mussten wir mit dem Zoll zum Bahnhof und die Kunststoff-Karossen
abholen, wobei ein riesiger offener Güterwaggon für den Versand
verwendet wurde und mussten 1200, --DM (!!) Fracht und Zoll berappen,
das war wahnsinnig viel Geld und deshalb war auch nichts an den
Fuldamobilen zu verdienen. Das war der Anfang vom Ende meiner Fuldamobilzeit, die leider nicht sehr erfolgreich war!
Bildbeschreibung
24 a: Foto:
links oben, Grundgestell vom S 4, aus Fulda geliefert, mit 200ccm
F&S Motor Foto:
links mitte u. unten: Unser Fuldamobilclub, zu Weihnachten habe ich
einen Foto:
rechts oben: Ein 200ccm ILO
Motor, den wir zum Einbau bekommen haben, bei denen ich aber, einer nach dem anderen, einen Kettenkasten dazu geschweißt habe, dann war das Problem von mir gelöst. Foto:
rechts mitte u. unten: Aus Fuldamobil Wegwerf- und Übrigteilen
von mir
zusammengeschweißter Handkarren zum Transport von Bildbeschreibungen: Foto 25: Eines
meiner selbst zusammengebauten (und selbst lackierten) Fuldamobile Foto 26: Mein
S 7 schon mit „neuem“ Kennzeichen vor meiner „Hütte“ in der
Mark- Foto 27 u. 28: Bei
einem Ausflug meine Frau und ich mit Fuldamobil S 7 mit Weiß- Foto 29: Foto
von unserer Nachbarschaft, ein Fuldamobil mit Zweifarben-Lackierung, Foto 30: Auf
dem Foto Frau Hahn mit befreundeten Kindern, die mal mitfahren wollten und
ein S7 mit Lampenschirmchen und Radzierblenden aus einem Zubehörhandel
von München.
Weitere Fuldamobil Episoden und Erzählungen von
Hans Hahn: Selbst ist der
Mann: Die meisten
Fuldamobile wurden von mir selbst abgeholt, einen Lieferservice von der
Fabrik, wie heute, gab es nicht. Schon sehr früh musste ich mich auf
die Socken machen, um den ersten Zug Richtung FULDA zu bekommen und nach
mehrmaligen umsteigen kam ich immer so gegen 10:00 Uhr in Fulda beim
Werk an. Nach einem kleinen Schwätzchen mit der Sekretärin und dem
Firmenchef Hr. Schmitt, wie`s so läuft, Warum
lief das Fuldamobilgeschäft nicht? Das
Geschäft lief sehr sehr schleppend, auch bei unseren diversen
Augsburger Frühjahrsausstellungen. Ich suchte nach dem Grund?
Lag`s an mir? Ich war kein Kaufmann und kein professioneller
Autoverkäufer! Aber bei einer der Ausstellungen haben wir einen
Mann gekannt, der bei einer Dachdecker- Zubehörfirma angestellt war und
das war ein Kaufmann. Der Haller Hans war ein ganz „gewiefter“ Mann.
Der konnte den Leuten Schnürsenkel verkaufen, obwohl sie etwas anders
benötigt hätten. Er hat sich bereit erklärt, mit meiner Frau auf der
Ausstellung die Mobile mitzuverkaufen. Viele Probefahrten wurden gewünscht,
doch keiner hat ein Auto gekauft, nichts ging. Das einzige Fuldamobil
hat Haller an einen katholischen Pfarrer verkaufen können. Lag es an
dem Namen Fuldamobil? Waren die Firmennamen BMW-
Isetta oder Messerschmitt
besser in den Köpfen der Leute?? War der Motor zu schwach? Hans
Hahn meint heute, dass der „Schmitt“ in Fulda nicht groß
interessiert war,
das Autogeschäft groß auszubauen, das war der
eigentliche Grund. Hauptgeschäftsfeld
war der Elektromaschinenbau und Boschdienst in Fulda und nicht seine
Autos.
Konstruktions-
Versuch: Fotos 31 Anfang
der sechziger Jahre lagen noch einige 200 ccm F&S Motore bei mir
herum, die nicht mehr an den Mann zu bringen waren. Hier kam mir die
Idee, aus zwei Aggregaten einen starken 400ccm-Motor zu fertigen, weil
der normale F&S 200ccm für das Mobil einfach zu schwach war. Viele
Konstruktionsgedanken gingen mir Tag & Nacht durch den Kopf, bis ich
anfing. Bei einer Firma in
Augsburg konnte ich die beiden Kurbelwellen zusammen fügen lassen und
durch Presssitz mit einem Zusatzzahnrad verbinden lassen. Den
„Kardanknochen“ von Messerschmitt verwendete ich, änderte ihn um
und setzte ihn zwischen die beiden Motore. Viele Einzelteile hat mir ein
Mitarbeiter von MAN nach meinen Angaben gefertigt. Der zweite Zündantrieb/
Anker usw. wurde auf der anderen Seite befestigt und alle anderen
Komponenten wurden in Tüftelarbeit irgendwie hingebastelt. Zum Schluss
habe ich sogar eine komplette Hinterachse vom S7 angeflanscht. Und wir
haben das „Ding“, mit einem frisch geschweißten Auspuff irgendwie
zum Laufen gebracht. Allerdings schafften die Gebläse die thermische
Belastung nicht und der Motor wurde jedes mal so heiß, dass er ausfiel.
Hier haben wir überlegt, was wir machen könnten? Vom Autofriedhof habe
ich ein Gebläserad vom VW Käfer geholt und dazugebastelt und es
klappte soweit. Den „einfachen“
Motor von meinem S7 herausgenommen und dieses Doppelaggregat
eingebaut. Das Motor- Gummilager musste ich durch ein stabileres
ersetzen. Der „neue“ Motor hatte einen Ton, wie eine 250er ADLER
Motorrad. Super! Er ist
weggegangen, wie die Feuerwehr, sagte Hahn heute noch begeistert. Das wäre
der richtig starke Motor für den S 7 gewesen- fast 20 PS!!!! Und
dann fuhr ich zum TÜV, der hat mir erst mal gesagt, was diese
Einzelabnahme kosten würde, über 1000,-- DM.
Den Motor müsste man auf einen separaten Prüfstand laufen
lassen, um alle technischen Daten festhalten und eintragen zu können. Der
Prüfer gab Hans Hahn folgenden Rat: Guter
Mann, das ist schon eine verrückte Idee; aber, nachdem Sie nicht so
viel Geld haben, nehmen Sie den Motor wieder heraus und bauen Sie den
originalen ein, das bringt doch alles nichts! Es macht keinen Sinn!
Diesen Ratschlag habe ich befolgt und den Versuchsmotor auf den
Speicher gelegt, wo er Jahrzehnte dahinschlummerte und erst vor ein paar
Jahren von einem Sammler aus Gersthofen abgeholt wurde, der ihn heute
noch besitzt. Weiter
FULDAMOBIL Verkaufsversuch: In
Augsburg an der Thälestraße hatten wir einen bekannten Victoria Händler,
das war der Paul Müller, ein begnadeter Geländespezialist, der bei
vielen Motorradrennen teilnahm. Der hatte, als wir noch mitten in
Augsburg waren, bei uns gegenüber seinen Laden. Dem habe ich ein
Fuldamobil zum Verkauf hingestellt. Trotz seines guten Namens, er war
bekannt, wie ein „bunter Hund“ in Augsburg,
mit vielen Verbindungen, war auch er nicht in der Lage,
dieses Fahrzeug zu verkaufen. Es war eben schlecht zu verkaufen?!? Geländefahrt: Mit
dem 360iger Fuldamobil (Sachsmotor mit 9 PS) bin ich auch mal die Gelände-fahrt
„Rund um Mittelschwaben“
mitgefahren, um Reklame für dieses Auto zu machen. Das war ganz schön
anstrengend für mich und das Wägelchen. Beherrschung
des Fuldamobiles: Ich
habe kein Fuldamobil ausgeliefert, ohne zu wissen, daß auch die
Fahrerin/ Fahrer das Auto beherrschen können. Ich machte mit ihnen
praktisch Fahrschule und für die potentiellen Käufer den Fahrlehrer. Denn
die neuen Besitzer waren fast alle, frühere Motorradfahrer. Die wären
alle bei mir gegenüber in den Gartenzaun gefahren! Eine Käuferin, Fr.
Uhl, war schon sechzig, sie und ihr Mann hatten eine Bienenzucht außerhalb
Augsburgs und mussten da dauernd hinfahren. Er war Rektor und konnte
nicht Auto fahren. Das Fuldamobil wurde zu ihrem „Ein und Alles“ und
sie fuhr es jahrelang. Vorher bin ich jedoch mit ihr so lange gefahren,
bis sie alles begriffen und beherrscht hatte, dann habe ich ihr das
Mobil übergeben. Frau Hahn sagt heute dazu: „Alles für Geld und gute
Worte“! Schwache
Pleuel beim F&S Motor? : Wir
hatten teilweise Probleme mit den F & Sachs Motoren, denn bei uns
sind des öfteren die Pleuel defekt geworden. Der F&S Motor hatte
ein Aluminium- Pleuel, das vielleicht zu schwach war?? Ich vermutete:
erstens), dass viele Leute keine „Leichtgewichte“ waren und die
Mobile das Gewicht nicht vertrugen und zweitens), diese Leute volle
Pulle gefahren sind, was das Mobil halt hergegeben hat (immer Vollgas)
und drittens) kamen dann die Besitzer und sagten: der „geht nicht
mehr“ !! Dann habe ich den Motor zerlegt und wirklich, das Pleuel war
„ausgezogen“! Wir hatten in Augsburg jemanden, der DKW Kurbelwellen
gerichtet hat und der hat mir die Pleuel gerichtet und ich hab sie
wieder eingebaut und der Motor lief wieder. Meine Vermutung: Die
Messerschmittler mit dem gleichen Motor waren leichter, da passierte das
eher nicht?!? Ich wusste es nicht. Zu
scharfe Fahrt: Eines
Tages kam wieder mal ein Vertreter, (- ich weiss heute nicht mehr, ob
von Fulda oder Wilhelmshaven-); er wollte, daß das
Fuldamobilnetz (-gemeint war die Händlerorganisation-) vergrößert
werden sollte. Dem wollte ich mit einer Fahrt vorführen, wie sicher das
Fuldamobil S2 mit dem 360er Sachs auf der Straße liegt. Ich bin damals
immer schon mit dem Auto „um die Ecke“ gefahren, richtig hakig. Ich
wollte mit ihm einen gekannten Fahrradhändler in Lechhausen besuchen.
Auf dem Autobahnzubringer, der etwas abschüssig und regennass
war, fuhr ich elegant um die Kurve und der Karren ist mir
abgeschmiert, über die Böschung gerutscht und kam erst auf der
„Seite liegend- zum Stehen“. Gemeinsam haben wir ihn wieder
aufgestellt und die Fahrt beendet. Anschließend bin ich zu einem
Karosseriebauer gefahren, der mir den Schaden wieder hergerichtet hat
und die Alukarosse geschweißt hat. Blinker und andere beschädigte
Teile habe ich ausgetauscht, den Schaden habe ich selbst lackiert,
fertig. Dann
kam das Ende meiner Fuldamobilzeit und 1980 habe ich aus Altersgründen
meinen Elektro- und Batteriedienst Betrieb zugesperrt. Alles wurde weg
geworfen und wanderte auf den Sperrmüll !! Es waren Gebrauchsgegenstände.
Nichts blieb übrig, warum auch??
Heute, 2005 ist Hr. Hahn 88 Jahre alt und erinnert sich gerne an seine sehr arbeitsreiche Zeit und erzählte, wie ihm der (schwäbische) Schnabel gewachsen ist und es ist erstaunlich, an was er sich noch alles erinnerte, wir wünschen unserem Zeitzeugen gute Gesundheit. Interview
geführt durch Karl Goeb am 14.11. 2005 in Augsburg.
|
Zeitzeuge: Hans
Hahn im Alter von und
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|
360
127
Limousine, blank
N
1243661
1952
360
228
Limousine, blank
N
1243780
04.12.52
360252
Limousine, grün
N
1265289
12.02.53
360
541
Limousine, grün
S 2 1348845
27.02.54
360
787
Limousine, blau
S 2 1349299
03.06.55
200
257
Limousine, blau,
S 3 2033138
15.06.55
200
298
Limousine, blau, Sonnendach
S 3 2033159
08.08.55
200
382
Limousine, beige
S 4 2032625
24.11.55
200
398
Limousine, grün
S 4 2103977
12.12.55
200
447
Limousine, beige
S 4 2106420
12.03.56
200
450
Limousine, beige, Duplexkette
S 4 2106417
16.03.56
200
466
Limousine, grün, Duplexkette
S 4 2107658
16.03.56
200
482
Limousine, blau
S 4 2107639
16.03.56
200
496
Limousine, blau
S 4 2107794
10.04.56
200
498
Limousine, blau, Sonnendach
S 4 2107785
10.04.56
200
501
Limousine, beige, Sonnendach
S 4 2107776
10.04.56
200
523
Limousine,beige
S 4 2247335
26.05.56
200
554
Limousine, grau
S 4 2248497
25.06.56
200
555
Limousine, grün, Sonnendach
S 4 2248499
25.06.56
200
556
Limousine, Zierleisten
S 4 2248503
25.06.56
200
650
Limousine, grün
S 6 2252267
22.12.56
200
671
Limousine, blau
S 6 2251724
16.03.57
200
674
Limousine, türkis, Messe Augsb.
S 6 2106487
25.04.57
200
708
Limousine, grün
S 7 2257206
28.06.57
Eigenbau Hahn : Teilesätze Typ S7 aus Fulda und Fahrgestellnummern aus Fulda,
eigenes
Typenschild, Hersteller Hahn,
5 Fahrzeuge
1958:
Nr:
200 734
200 738
200 739
1959:
Nr:
200 801
200 802
Im Produktionsbuch sind
unter S 4 noch 6 Fahrzeuge nach Augsburg verzeichnet, jedoch ohne den
Namen Hahn zu erwähnen. Anzunehmen, dass der Verkauf nicht über Hans
Hahn erfolgte.
Zu den 5 NWF Fahrzeugen
(ILO Motor 200 ccm), wie von Herrn Hahn erwähnt, liegen mir keine
Unterlagen vor.
Josef
Krotil 05.12.2005
Herzlichen Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.
Webmaster